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Wie ich beim Stress bei mir selbst auf Granit beiße

1. Februar 2017

Jeder hat gelegentlich mit Stress zu tun. Das ist nicht sofort etwas Negatives. Ein wenig gesunder Stress ist sogar erwünscht. Sie brauchen die damit verbundene Spannung, um in Bewegung zu kommen. So warten viele Studierende bis zum letzten Moment, bevor sie zu lernen beginnen. Oder schauen Sie sich in Ihrem eigenen Arbeitsumfeld um. Kolleginnen und Kollegen, oder Sie selbst, werden oft erst aktiv, wenn es wirklich sein muss. Doch was, wenn es um vollständigen Stress geht?

Ein zusätzlicher Gang

Je mehr Stress Menschen erleben, desto mehr zeigen sie von ihrem bevorzugten Verhalten. Sie schalten gewissermaßen einen zusätzlichen Gang hoch. Jemand mit einem gelben Antrieb analysiert dann noch stärker und stellt noch mehr kritische Fragen. Und der menschenorientierte grüne Antrieb bezieht noch mehr Menschen in sein Anliegen ein und misst der Bedeutung guter Kommunikation untereinander noch mehr Gewicht bei. In meinem eigenen MyDrives-Farbprofil gibt Orange den Ton an. Habe ich gesunden Stress, werde ich noch ergebnisorientierter und frage mich fortwährend: Was habe ich davon? Was bringt mir diese Situation?

Ihr persönliches Stressmuster

Bei vollständigem Stress ist nicht sofort klar, welche Antriebe Ihr Verhalten bestimmen. Aus der MyDrives-Datenbank geht hervor, dass viele Menschen in diesem Fall anderes Verhalten zeigen als ihr Gewohnheitsverhalten. Dieses andere Verhalten entspringt den Antrieben, die Sie bewusst und unbewusst am meisten beschäftigen. Dieses Verhalten bildet Ihr persönliches Stressmuster und tritt vor allem dann hervor, wenn Ihre eigenen Interessen berührt werden. 80 % der Menschen zeigen einen individuellen Antrieb (Gelb, Orange, Rot), wenn der Stress kräftig zuschlägt. 45 % zeigen ausschließlich den roten Antrieb, wenn ihnen das Wasser bis zum Hals steht. Der rote Antrieb reagiert dann mit Lichtgeschwindigkeit und regelmäßig mit forderndem und ärgerlichem Verhalten. Rot unter Stress ist vor allem damit beschäftigt, die eigenen Argumente zu verteidigen. Schwarz-Weiß-Denken gehört ebenfalls dazu. Es besteht die Möglichkeit, dass andere Antriebe dadurch überwältigt werden.

Ich laufe ins Blaue

Wenn ich unter extremem Druck stehe, meldet sich stets der blaue Antrieb zuerst. Die Folgen: Je stärker sich der Druck aufbaut, desto stärker halte ich an einer straffen Ordnung und Rahmung der Dinge fest. Ein zusätzlicher Effekt ist, dass ich mich streng auf meine eigenen Aufgaben zurückziehe. Der Gedanke, der mich dabei fortwährend begleitet: Sie ahnen überhaupt nicht, wie hart ich arbeite, was ich alles tue und für die Sache aufgebe. Was ebenfalls häufig zutrifft: Der blaue Antrieb unter starkem Stress pocht unablässig auf Details, selbst auf die allerkleinsten.

Die Lösung

Für Ihre persönliche Entwicklung ist es wichtig zu wissen, welche Farben Sie steuern, wenn Sie in eine Stresssituation geraten sind. Dabei gilt: In den Spiegel zu schauen und das eigene Verhalten zu beurteilen, ist ohnehin schwierig. Unter extremem Druck wird es besonders schwer. Denken Sie in diesem Fall an konkrete Beispiele oder fragen Sie Menschen in Ihrem Umfeld, ob sie Ihr Verhalten und die dazugehörigen Farben wiedererkennen. Denn je bewusster Sie Ihr Denken und Handeln wahrnehmen, desto besser können Sie Ihre Reaktion anpassen und dadurch persönlich gewinnen. Anders gesagt: Wer sich bei starkem Stress allein von seinem unbewussten Gewohnheitsverhalten leiten lässt, riskiert, sich selbst zu schaden. Dieses Risiko steigt, je stärker die eigenen Interessen berührt werden.

Stressfarben bei anderen erkennen

Wenn Sie zudem erkennen, welche Stressfarben für die Menschen um Sie herum bestimmend sind, trägt auch dieses Wissen zu Ihrer persönlichen Entwicklung bei. Sie können dann nämlich gut einschätzen, wie sie unter extremem Druck denken und handeln, wodurch Sie nicht vor unerwarteten Überraschungen stehen und schneller und besser auf eine bestimmte Situation eingehen können.

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