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Tun Sie ruhig, was Sie wollen

6. Oktober 2016

(lesen Sie dazu aber zuerst diesen Artikel über Eigenverantwortung und Antriebe)

Vor einem Jahr schicke ich die endgültige Fassung meines ersten Managementbuchs ’De aard van jouw beestje’ in die Druckerei. Ein paar Wochen später halte ich einen Stapel Exemplare in den Händen. Ein schöner Moment. Den werde ich noch am selben Abend bei meiner Weinausbildung feiern. Dann kann ich gleich ein Exemplar für eine Geschäftspartnerin mitnehmen. Das habe ich ihr versprochen.

Mein Managementbuch macht die Runde. Doch dann …

Meine Geschäftspartnerin nimmt das Buch gern entgegen. ’Gut gemacht. Sie werden stolz sein. Meine Anerkennung. Ich werde es lesen. Und natürlich vielen Dank.’ Das Buch macht schnell die Runde und landet schließlich bei einem Senior Consultant. Er blättert rasch hindurch, klappt es zu und schiebt es anschließend demonstrativ über den Tisch mit der Bemerkung: ’Dieses Stadium habe ich längst hinter mir.’ Meist gelingt es mir recht gut, sofort zu reagieren. Diesmal nicht. Perplex. So stehe ich da.

Eigenverantwortung, das spürt man

Ehrlich gesagt gebe ich mir alle Mühe, meine Frustration zu verbergen. Auch in den Wochen nach dem Weinabend. Doch warum eigentlich? Vor einigen Tagen, bei der Vorbereitung eines Studientags über Eigenverantwortung, kommt die Antwort. Ich habe anderthalb Jahre am Schreiben meines Buches gearbeitet. Mein ganzes Herzblut hineingelegt. Ich bin gestolpert, gefallen und wieder aufgestanden. Und konsequent weitergemacht. Weil ich es wollte. Mehr als alles andere. Das hat mich Folgendes gelehrt: Wenn Sie ein hohes Maß an Eigenverantwortung für etwas übernehmen, spüren Sie das auch wirklich. Umgekehrt gilt dasselbe. Hätte ich an jenem Weinabend das Buch einer anderen Person mitgebracht, hätte ich die irritierende Bemerkung des Senior Consultants vermutlich gar nicht gehört.

Eigenverantwortung innerhalb einer Organisationskultur

Eigenverantwortung beginnt also bei einem selbst. Die Grundvoraussetzung dabei ist, ich sagte es bereits, dass Sie etwas auch wirklich gern tun wollen. Viele meiner Auftraggeber erzählen mir, dass sie Eigenverantwortung als selbstverständlichen und natürlichen Teil ihrer Organisationskultur sehen. Was genau meinen sie damit? Dazu müssen Sie zuerst die Antwort auf die Fragen finden: Was ist diese Kultur? Wie entsteht sie?

Warum tun Sie, was Sie tun?

Meine Antwort: Eine Organisationskultur ist im Grunde nichts anderes als das gemeinsame Verhalten, das Mitarbeitende zeigen. Wie wir uns verhalten, wird neben dem Umfeld, in dem wir uns befinden, von unseren Normen und Werten gesteuert und noch stärker von unserer Persönlichkeit. Diese Persönlichkeit ist damit bestimmend für das Entstehen einer Organisationskultur. Wenn wir Eigenverantwortung bei uns selbst entwickeln wollen, ist es daher wichtig, unsere Persönlichkeit zu verstehen. Die Frage, die dazugehört: Warum tun wir die Dinge so, wie wir sie tun? Grob gibt es dafür drei Gründe. 1) Weil man muss 2) Weil andere es tun und 3) Weil Sie es selbst wollen.

Antriebsanalyse

Weil Sie es selbst wollen. Dieser dritte Grund ist ausschlaggebend, wenn Sie ein freies und glückliches Leben führen wollen. Dann spreche ich von Ihrer inneren Motivation, von Ihren Antrieben. Die gute Nachricht: Die Antriebe von Einzelnen und Teams lassen sich sehr gut sichtbar machen, und zwar über eine Antriebsanalyse, genau. Sie zeigt gestochen scharf, was Ihre persönlichen Beweggründe sind. Und welche Menschen Ihnen Energie geben oder gerade Energie entziehen. Worauf es letztlich ankommt: dass Ihre persönlichen Antriebe vollständig zu den Tätigkeiten passen, die Sie ausüben. Ist das der Fall? Dann haben Sie eine wichtige Voraussetzung erfüllt, um Eigenverantwortung bei sich selbst zu schaffen und sie anschließend Teil einer Organisationskultur werden zu lassen.

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