10 Jahre später — neu geschrieben für 2026
Vor zehn Jahren schrieb ich einen Artikel mit genau diesem Titel. Er wurde mein meistgelesener Beitrag überhaupt. Die Botschaft: Organisationen investieren massiv in die Entwicklung von Kompetenzen, vergessen dabei aber die Antriebe ihrer Menschen. Und diese Antriebe entscheiden darüber, ob jemand wirklich Leistung bringt oder nur funktioniert.
Diese Botschaft ist 2026 aktueller denn je. Die Kluft zwischen dem, was Organisationen für wichtig halten, und dem, was tatsächlich den Unterschied macht, besteht weiterhin.
Die Kompetenzfalle steht noch immer weit offen
Mitarbeitende gehen nicht, weil sie ihrer Arbeit nicht gewachsen sind. Sie gehen, weil die Arbeit ihnen nichts mehr bedeutet. Organisationen reagieren mit noch mehr Schulungen und Kompetenzprofilen. Doch das Problem liegt nicht im Können. Es liegt im Wollen.
Kompetenzen beantworten die Frage: Was kann ich? Antriebe beantworten eine viel grundlegendere Frage: Was will ich? Diese zweite Frage wird in den meisten Organisationen noch immer nicht systematisch gestellt.
Antriebe: vom Bauchgefühl zum Beleg
Antriebe sind kein vages Bauchgefühl. Es sind stabile Muster, die bestimmen, wie jemand denkt, Entscheidungen trifft und zusammenarbeitet. Sie erklären, warum zwei Menschen mit derselben Ausbildung und Erfahrung völlig unterschiedliche Ergebnisse erzielen.
Der Mechanismus ist eindeutig: Wenn Arbeit zu den Antrieben eines Menschen passt, entsteht Energie von innen. Fehlt diese Passung, muss alle Motivation von außen kommen. Über Boni, Druck oder Erwartungen. Das funktioniert, aber nicht lange.
Wollen gleicht Können aus
Die Kernaussage von 2016 gilt unverändert: Wer stark will, kann eine schwächere Kompetenz ausgleichen. Umgekehrt kann eine starke Kompetenz fehlende Motivation niemals ausgleichen.
Denken Sie an die Kollegin, die auf dem Papier nicht die stärkste Kandidatin war, aber durch ihren Antrieb zur tragenden Kraft des Teams wurde. Oder an das Spitzentalent, das innerhalb eines Jahres ging, weil die Position nicht zu dem passte, was es wirklich motivierte.
Was sich in zehn Jahren verändert hat
Der Arbeitsmarkt hat sich gedreht: Mitarbeitende entscheiden sich bewusster für Arbeit, die zu ihnen passt. Technologie macht es möglich, Antriebe im großen Maßstab zu messen. Und die Belege sind überwältigend geworden, wir müssen nicht mehr argumentieren, dass Antriebe zählen. Wir können es zeigen.
Eines aber hat sich nicht verändert: Selbsterkenntnis bleibt die Grundlage. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken. Managen Sie das, was Ihnen weniger liegt. Und sorgen Sie dafür, dass Ihre Stärken zu Ihren Antrieben passen. Dann liegen außergewöhnliche Leistungen in Reichweite.
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