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Autonomie, Meisterschaft und Sinn: davon profitiert jeder Mitarbeiter

23. August 2018

Vor Jahren las ich ’Drive: The surprising truth about what motivates us’ von Daniel Pink. Als mir das Buch beim Umbau unseres Büros wieder in die Hände fiel, wurde mir bewusst, wie zeitlos sein Inhalt ist. Daniel Pink schreibt über die drei wesentlichen Voraussetzungen für innere Motivation: Autonomie, Meisterschaft und Sinn.

Autonomie

Bei Autonomie geht es darum, in welchem Maß Menschen die Möglichkeit haben, selbst Entscheidungen zu treffen. Dabei gibt es grob drei Gründe, warum Menschen überhaupt etwas tun. Der erste verweist auf das sogenannte Herdenverhalten: der Gruppe folgen, weil sie ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit gibt. Der zweite Grund motiviert noch weniger: Man tut etwas, weil es zum Beispiel die Führungskraft verlangt. Sie spüren sofort, dass dies der Autonomie zuwiderläuft. Der dritte Grund, warum Menschen etwas tun, ist der wichtigste: weil sie es selbst wollen. Dann nämlich fördern wir unsere innere Motivation maximal und damit auch unsere persönlichen Antriebe. Mein Rat lautet daher: Geben Sie Mitarbeitenden die Autonomie, sprich die Freiheit, ihre persönlichen Antriebe zu nutzen. 

Meisterschaft

Meisterschaft bedeutet, dass jeder besser werden will in dem, was er tut. Ob es ums Kochen geht, um Sport oder um was auch immer. Ein Beispiel: Sind Sie vergangene Woche 8 km in einer bestimmten Zeit gelaufen, wollen Sie diese Zeit in dieser Woche verbessern. Aus meinem ergebnis- und leistungsorientierten Orange heraus kann ich das vollkommen nachvollziehen. Wie funktioniert es bei anders gefärbten Antrieben? Dort ist der Antrieb viel eher eine Voraussetzung. Violett geprägte Mitarbeitende wollen sich von Natur aus ebenfalls verbessern, aber gemeinsam mit der Gruppe. Blau geprägte Mitarbeitende wollen sich wiederum auf Basis eines strukturierten und detaillierten Vorgehens verbessern. Als Führungskraft ist es wichtig, die persönlichen Vorlieben der Mitarbeitenden zu berücksichtigen und keinen Standardansatz zu verfolgen. 

Sinn

Sinn schließt schön an das Gedankengut von Simon Sinek an: ’Start with why’. (Die Website www.startwithwhy.com ist empfehlenswert.) Aus der MyDrives-Antriebstheorie denkt man beim Thema Sinn schnell an das idealistische Türkis, das dem Leben Bedeutung geben will. Bei anders gefärbten Menschen ist die Antwort nicht immer so selbstverständlich. Wichtig ist dann: Gehen Sie in die Tiefe. Fragen Sie nach, um herauszufinden, was die betreffende Person wirklich antreibt. Die Wahrscheinlichkeit ist recht groß, dass Sie bei einem grün geprägten Menschen eine Antwort in Richtung ’angenehme soziale Beziehungen’ erhalten und bei einem orange-rot geprägten Menschen Antworten in Richtung ’Unabhängigkeit’.

Zusammenfassung

Geben Sie Mitarbeitenden die Autonomie, ihre persönlichen Antriebe zu nutzen. Werden diese maximal gefördert, ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass sie Freude an ihrer Arbeit haben. Behalten Sie deshalb als Führungskraft immer auch die persönlichen Vorlieben Ihrer Mitarbeitenden im Blick. Je besser Ihnen das gelingt, desto schneller legen Mitarbeitende den Weg zur Meisterschaft zurück und desto eher gelingt es ihnen, ihrem Arbeitsleben persönlichen Sinn zu geben. Davon profitieren sie selbst und Ihre Organisation als Ganzes. 

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